Zur Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg geht heute die neueste Ausgabe des WahlSwipers online. Die von der Universität Freiburg wissenschaftlich begleitete Online-Wahlhilfe des gemeinnützigen Vereins VoteSwiper e. V. unterstützt Wähler bei ihrer Entscheidungsfindung. In einem zunehmend fragmentierten Parteiensystem und unter den Bedingungen des neuen Wahlrechts bietet das Tool eine datenbasierte Orientierungshilfe für die anstehende Wahl.
Der WahlSwiper übersetzt komplexe Wahlprogramme in ein leicht bedienbares, interaktives Frageformat. Nutzer beantworten 37 landespolitische Fragen per Wisch nach links („Nein“) oder rechts („Ja“). Im Anschluss zeigt die App die prozentuale Übereinstimmung mit den zur Wahl stehenden Parteien an. Die Fragen decken zentrale Themenfelder der Landespolitik ab, darunter Bildung, innere Sicherheit, Migration, Energie, Finanzen, Verkehr und Demokratie. So geht es beispielsweise um den die Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum, die Nutzung der Überwachungssoftware Palantir durch das Land, die Gründung einer zehnten Landesuniversität oder die Senkung der Grunderwerbsteuer.
Die Auswertung der 37 Fragen zeigt deutliche programmatische Unterschiede zwischen den Parteien, aber auch überraschende Gemeinsamkeiten. Die größte Distanz besteht zwischen Die Linke und der CDU mit lediglich 16 Prozent Übereinstimmung. Ebenfalls stark gegensätzlich positionieren sich Die Linke und die AfD mit 24 Prozent Übereinstimmung. Am höchsten ist die programmatische Nähe zwischen SPD und Grünen mit 73 Prozent sowie zwischen FDP und AfD ebenfalls mit 73 Prozent. Auch FDP und CDU liegen mit 70 Prozent inhaltlich eng beieinander. Die Übereinstimmung zwischen CDU und AfD beträgt 65 Prozent. Während im linken Spektrum also eine deutliche Nähe zwischen SPD und Grünen erkennbar ist, existieren im bürgerlichen Lager ebenfalls starke programmatische Schnittmengen. Aber auch die bisherigen Regierungsparteien CDU und Grüne weisen mit 54 Prozent Übereinstimmung in den Antworten eine relativ große Nähe auf.
Bei der vergangenen Landtagswahl dominierten die Grünen klar das politische Feld in Baden-Württemberg. Ob sich diese Dominanz am 8. März erneut bestätigt oder ob das neue Wahlrecht und mögliche Verschiebungen im Parteiensystem neue Koalitionsoptionen eröffnen, bleibt abzuwarten. „Gerade mit dem neuen Wahlrecht ist Transparenz über programmatische Unterschiede besonders wichtig“, erklärt Prof. Dr. Uwe Wagschal. „Der WahlSwiper macht sichtbar, wo Parteien klar auseinanderliegen – und wo es größere inhaltliche Überschneidungen gibt.“
Matthias Bannert, Vereinsvorstand und Projektleiter, betont die digitale Innovationskraft des Projekts: „Der WahlSwiper senkt die Hürde zur politischen Information. Politik soll verständlich, zugänglich und datenbasiert erlebbar sein.“
Der WahlSwiper wurde erstmals zur Bundestagswahl 2017 veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet. Neben der Unterstützung der Wählerinnen und Wähler liefert das Projekt zugleich wertvolle empirische Erkenntnisse über Struktur und Dynamik des baden-württembergischen Parteiensystems.
Der WahlSwiper für Baden-Württemberg ist ab sofort kostenfrei online verfügbar unter www.voteswiper.org.
Hinweis: Medien können den WahlSwiper kostenlos auf ihren Seiten einbetten. Mehr Informationen: https://www.voteswiper.org/de/page/press/embed